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Archiv allgemeiner Themen auf der Website für Andreas Lubitz bezüglich des Germanwinngs Absturz

Erklärung und Auswertung des Flugbuches von Andreas

Ergebnis der Auswertung: Germanwings Maschinen alt und gesundheitsgefährdend

Zuerst einmal vielen Dank an alle, die nach wie vor die Website für Andreas mit großem Interesse verfolgen. Besonders zum Flugbuch kamen mehrere Anfragen, daher möchten wir es heute noch einmal besser erklären.
Ende 2013 trat Andreas, nach erfolgreicher Beendigung seiner Pilotenausbildung bei der Lufthansa, eine ihm angebotene Stelle als Copilot bei Germanwings an, einer Billigtochter der Lufthansa. Inzwischen hat Eurowings die wirtschaftliche Verantwortung für Germanwings übernommen, die den Flugbetrieb in deren Auftrag zwar noch durchführt aber als Marke bald verschwunden sein wird.

In den Jahren 2015/2016 betrug das Durchschnittsalter der Germanwingsflotte rund 14 Jahre, wobei die abgestürzte Maschine D-AIPX mit ihren fast 25 Jahren deutlich darüber lag und eine der ältesten war. Das Durchschnittsalter der Ryanairflotte lag im vergleichbaren Zeitraum bei 5,4 Jahren.(1)

Flugzeugtechniker vertreten die Meinung, dass alt nicht gleich unsicher bedeutet und 24 Jahre nichts Ungewöhnliches für ein Flugzeug seien. Allerdings räumt man ein, dass diese Maschinen mit zunehmendem Alter anfälliger und wartungsintensiver werden. Und da beginnt die Gratwanderung: Eine intensivere Wartung hätte eigentlich längere Standzeiten zur Folge. Andererseits muss aber auch alles wirtschaftlich bleiben. Mit einem Flugzeug am Boden lässt sich nun mal kein Geld verdienen.

Im Rahmen der gutachterlichen Tätigkeit wurde das Flugbuch unseres Sohnes rekonstruiert.(2)

Das komplette Flugbuch ist zu finden unter:

https://andreas-lubitz.com/wp-content/uploads/2017/06/FLUGBUCH-_ANDREAS-LUBITZ.pdf

Das Flugbuch eines Piloten beschreibt, an welchem Datum er auf welchen Strecken (RTE) mit welchem Flugzeug (CALLSIGN und REGISTRY) unterwegs war. Zusätzlich wurden in den Spalten (REMARKS/RESEARCH RESULTS/EVENT MENTIONED IN MEDIA) und (OFFIZIELL GEMELDETE EVENTS IN BEHÖRDEN-DATABASE) ungewöhnliche Vorfälle vermerkt.

Im folgenden einige Erläuterungen:

Die Auswertung von Andreas Flugbuch ergab, dass er vorwiegend auf Maschinen eingesetzt war, die eine große Häufigkeit von „Fume Event“ Vorfällen(3) aufwiesen (88% seiner Flüge), Vorfälle also, bei denen infolge eines Defektes, einer Leckage im Triebwerk Kerosin, Öl, oder Enteisungsmittel als giftige Dämpfe über das Zapfluftsystem in die Klimaanlage und somit in Cockpit und Passagierkabine gelangen. Es gibt Fälle, in denen solche Ereignisse mit üblem Geruch oder Rauchentwicklung auftreten, was aber nicht zwingend der Fall sein muss. Wird diese kontaminierte Luft eingeatmet, hat das bei Personen, die diese Giftstoffe schlecht oder gar nicht abbauen können gesundheitliche Auswirkungen, wie Schlaflosigkeit, Sehstörungen und Schädigungen des Nervensystems. Fast alle Symptome wurden auch bei unserem Sohn nachweislich diagnostiziert und uns ebenso von Piloten bestätigt (2016), die aufgrund von irreversiblen, neurologischen Schäden im Zusammenhang mit Fume Event Vorfällen jetzt flugunfähig sind. Dabei haben nicht alle von ihnen einen „echten fume event Vorfall“ erlebt, manche erkrankten aufgrund der chronischen Belastung beim Ausüben ihres Berufes. Ebenso können auch Passagiere betroffen sein. Um dieser Sache weiter auf den Grund zu gehen, haben wir DNA Profile unserer Familie untersuchen lassen, mit dem Ergebnis, dass für Andreas ein stark erhöhtes Risiko bestand, zu der Gruppe von Menschen zu gehören, welche die auftretenden Giftstoffe nur schwer und bedingt über die Zeit, oder gar nicht abbauen können. Das hat uns überrascht und schockiert und in jedem Fall sehr nachdenklich gemacht, auch in Bezug auf die eigene Gesundheitsgefährdung. Mehreren Familienmitgliedern wurde aufgrund der Testergebnisse empfohlen, Flugreisen zu meiden. Leider haben wir erst 2016 vom möglichen Auftreten solcher Giftstoffe in Cockpit und Flugzeugkabine erfahren, die meisten Ärzte mit denen wir gesprochen haben, hatten ebenfalls noch nie etwas von solchen Problemen gehört. Daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass Patienten, die unter den genannten Symptomen leiden, oft falsch behandelt werden. Den Ärzten ist aufgrund dieser Unkenntnis kein Vorwurf zu machen, dass das Problem aber existiert bestätigen folgende Artikel in der Fachpresse (die Leitmedien meiden dieses Thema leider):

http://www.aerotelegraph.com/easyjet-bekaempft-giftige-daempfe

http://www.aerotelegraph.com/auch-lufthansa-und-co-testen-spezialfilter

Allem Anschein nach passieren jetzt langsam Schritte in die richtige Richtung. Schließlich kann es jeden, der fliegt treffen und sollte zum Nachdenken anregen.

L.U.

weiterer Beitrag:

Mit verdrehten Tatsachen an der Wahrheit vorbei

 

(1) http://www.focus.de/reisen/flug/airline-sicherheit/airline-datenbank/ryanair_aid_23885.html
(2) https://andreas-lubitz.com/wp-content/uploads/2017/06/Seiten_252-266-aus-GUTACHTEN-4U9525.pdf
(3) http://www.taz.de/!5409435/

Mit verdrehten Tatsachen an der Wahrheit vorbei

Opferanwalt weckt falsche Hoffnungen auf hohe Schmerzensgeldzahlungen

Eigentlich sollte ein erfahrener Anwalt seine Klienten richtig gut beraten. Was aber Rechtsanwalt Elmar Giemulla nach einem Bericht der Berliner Morgenpost (u. a.) vom 23.09.2017 von sich gegeben hat, entspricht nicht der Wahrheit und weckt falsche Hoffnungen bei den Angehörigen der Opfer. So wird in dem betreffenden Artikel unter anderem behauptet: „Seine Ausbildung bei der im US-Bundesstaat Arizona gelegenen Flugschule hatte Lubitz wegen einer schweren Depression nur mit einer Sondergenehmigung beenden können.“ (1)

Tatsache ist, dass Andreas von November 2008 bis April 2009 wegen einer Depression behandelt wurde. Nach seiner Genesung wurde er, in Absprache mit der Flugschule, einem am 01. September 2009 neu beginnenden Kurs zugeteilt. Die Medikation war im Juli des gleichen Jahres ausgeschlichen und Andreas war gesund, was nach sorgfältigen Untersuchungen von mehreren Fachärzten bescheinigt wurde. Nur so konnte er seine Ausbildung an der Lufthansa Verkehrsfliegerschule in Bremen überhaupt fortsetzen bzw. wieder aufnehmen, siehe auch Abschlussbericht der BEA, deutsche Fassung, Seite 17 (2)

Dort steht:

  • Am 1. September 2008 begann er mit dem Grundkurs an der Lufthansa Flight Training Pilotenschule in Bremen, Deutschland
  • am 5. November 2008 setzte er die Ausbildung aus medizinischen Gründen aus
  • am 26. August 2009 nahm er die Ausbildung wieder auf
    (Anm.: Neubeginn der Ausbildung zum 01.09.2009)
  • am 13. Oktober 2010 bestand er die schriftliche ATPL-Prüfung
  • vom 8. November 2010 bis 2. März 2011 setzte er seine Ausbildung beim Airline Training Center in Phoenix (Arizona, USA) fort
  • vom 15. Juni 2011 bis 31. Dezember 2013 hatte er einen Vertrag mit Lufthansa als Flugbegleiter, während er seine Ausbildung als Verkehrspilot fortsetzte
  • vom 27. September bis 23. Dezember 2013 machte und bestand er die
    Musterberechtigung für den A320 bei Lufthansa in München, Deutschland
  • am Mittwoch, 4. Dezember 2013 trat er eine Stelle bei Germanwings an
  • vom 27. Januar 2014 bis 21. Juni 2014 absolvierte er den Umschulungskurs des Luftfahrtunternehmens einschließlich der Supervision Flüge bei Germanwings
  • am 26. Juni 2014 bestand er die Befähigungsüberprüfung und wurde zum
    Copiloten ernannt
  • am 28. Oktober 2014 bestand er die Befähigungsüberprüfung durch das
    Luftfahrtunternehmen.

Während seiner Ausbildung und den wiederkehrenden Checks wurde sein professionelles Niveau von seinen Ausbildern und Prüfern als überdurchschnittlich bewertet.

Somit ist die Behauptung, dass Andreas die Ausbildung wegen einer schweren Depression nur mit einer Sondergenehmigung beenden konnte, völlig absurd und aus der Luft gegriffen. Die Lufthansa hat Andreas‘ Gesundheitszustand sehr genau überprüft, bevor er seine Ausbildung wieder aufgenommen hat, ebenso die Flugschule in Arizona. Andreas hatte nie und nirgendwo eine Sondergenehmigung. Es gab lediglich einen Vermerk über seine Depression.

Den kompletten Sachverhalt werden wir in Kürze noch einmal thematisieren.

Man kann verstehen, dass Herr Giemulla in Zugzwang geraten ist, da die Klage (die sich übrigens auch auf falsch dargestellte Sachverhalte stützt) in den USA abgelehnt wurde, man kann aber auch voraussetzen, dass er die Ermittlungsakte und den BEA Abschlussbericht vorliegen hat. Dann sollte er beides nochmal genau studieren und den Angehörigen nicht weiterhin das Bild eines unentdeckten Dauerdepressiven suggerieren, um damit Hoffnungen auf hohe Schmerzensgeldansprüche zu wecken. Man muss sich nicht mit der Verdrehung von Tatsachen an der Wahrheit vorbeimogeln, weil man nicht anders an sein erklärtes Ziel kommt.

Eine letzte Anmerkung sei noch erlaubt: nach der Pressekonferenz im März hat man uns vorgehalten, dass die Angehörigen nicht zur Ruhe kommen könnten, weil wir wieder das ganze Thema aufrühren würden.
Wer hatte denn jetzt nichts Eiligeres zu tun, als die DPA über die Neuauflage der Klage zu informieren? Es gäbe noch mehr Beispiele zu nenne, die für stete Unruhe sorgen…

In der nächsten Zeit werden wir detaillierter auf die Krankheitsgeschichte unseres Sohnes eingehen, denn da gibt es noch einiges klarzustellen.

L.U.

weitere Beiträge:

Germanwings Absturz: Muss das negative Bild von Andreas Lubitz neu generiert werden?

(1) https://www.morgenpost.de/vermischtes/article212019415/Germanwings-Absturz-200-Angehoerige-klagen-gegen-Lufthansa.html

(2) https://www.bea.aero/uploads/tx_elyextendttnews/BEA2015-0125.de-LR_04.pdf

Wissenswerte Links

Zum Nachdenken: dieser erst kürzlich aufgetretene Fall

Gemäss einer Meldung des „Aviation Herald“, ging ein Germanwings A319 am 19. März 2017 auf dem Flug von Sarajevo nach Köln/Bonn, Flug 4U-493, zweimal unkontrolliert in einen Sinkflug. Nur durch den Eingriff der Piloten konnte Schlimmeres verhindert und der Flug fortgesetzt werden. Was wäre geschehen, wenn durch einen besonderen Umstand die beiden Piloten incapacitated, d. h. nicht handlungsfähig gewesen wären? Eine neue Katastrophe…..

http://avherald.com/h?article=4aad6354
Germanwings A319 enroute on Mar 19th 2017, aircraft started descent uncommandedly two times

Letzte Veröffentlichungen im Zusammenhang mit dem Germanwings Absturz

https://www.buzzfeed.com/petrasorge/dieses-bild-interview-uber-germanwings-pilot-andreas-lubitz?utm_term=.htJyB62GB#.rwn5b9mOb
Bei diesem Interview ist die BILD-Zeitung offenbar auf eine Hochstaplerin reingefallen

https://www.buzzfeed.com/petrasorge/germanwings-pilot-andreas-lubitz-war-nicht-depressiv-laut?utm_term=.viBVEPNZE#.gijd7oqE7
Germanwings-Pilot Andreas Lubitz war nicht depressiv – laut diesem Gutachten

https://www.buzzfeed.com/petrasorge/die-familie-des-germanwings-copiloten-andreas-lubitz-will?utm_term=.wrjD52aE5#.hd04emjae
Die Familie des Germanwings-Copiloten Andreas Lubitz will gegen Gutachtenfehler klagen

http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/skandaloese-details-des-germanwings-absturz-war-alles-ganz-anders-a2079682.html
Skandalöse Details zum Germanwings-Absturz – War alles ganz anders?

Allgemeine Anmerkungen

Andreas Lubitz als Flugbegleiter

Die zukünftig hier zu lesenden Beiträge sollen und wollen nicht als Rechtfertigung der Familie Lubitz oder, wie von der Presse so oft zitiert, als „Reinwaschen“ von Andreas Lubitz verstanden werden. Hier werden nur Fakten und Sachverhalte präsentiert und kommentiert, die falsche Interpretationen von Ermittlungsergebnissen sowie Unwahrheiten aus Medienberichterstattungen klarstellen.

Die Wahrheit ist das, was man den Menschen als Wahrheit verkauft.“

Gewisse „sogenannte“ Sachverhalte wurden von den Ermittlungsbehörden an die Medien weitergegeben. Man spricht dabei auch von bewusstem Durchstechen von Informationen.

Auch verschiedene Medien selbst haben Geschichten um Andreas Lubitz generiert und publiziert. Die Motivation und Hintergründe sind nur zu erahnen…